Schlagwort-Archiv Rassismus

Antirassismus-Trainings

Die Reise beginnt bei uns selbst.

Wo sie bei mir begann: Im Jahr 2011 bin ich für 1 Jahr lang nach Südafrika gegangen und war dort als Assistent für Umwelterziehung und Jugendarbeit tätig. Mitten im Township, in dem die Apartheid („Rassentrennung“) noch sicht- und spührbar war, versuchte ich in Auseinandersetzung mit meinen Privilegien und meiner dortigen Rolle ein Verständnis über die südafrikanische Geschichte und Rassismus zu finden. Ja, auch im Vorfeld begann eine kritische Auseinandersetzung mit meinem Weißsein, meiner Sozialisation, meinen Bildern im Kopf und entsprechend auch mit Rassismus… weiterlesen

Rassismus in der Debatte um Asyl und Flucht

Im Rahmen meiner Bachelorarbeit habe ich die aktuelle Debatte um Asyl und Flucht auf Rassismus untersucht. Wie werden Geflüchtete dargestellt, welche rassismusrelevanten Konzepte wirken und inwiefern spielen die Medien eine Rolle? Hier ein kurzer Einblick in die Einleitung: weiterlesen

Flüchtlinge – Das Wort des Jahres 2015 – Kritik und Alternativen

„Flüchtlinge“ wurde zum Wort des Jahres 2015 gewählt – ist die Bezeichnung „Flüchtlinge“ politisch korrekt? Welche Diskussion und Statements hat die Wahl ausgelöst? 

Am 11.Dezember hat die Gesellschaft für deutsche Sprache das Wort „Flüchtlinge“ zum Wort des Jahres gewählt, denn es „steht nicht nur für das beherrschende Thema des Jahres, sondern ist auch sprachlich interessant.“ Anders als in den vergangen Jahren, handelt es sich diesmal aber nicht um ein neu konstruiertes Wort wie etwa „GroKo“, „Wutbürger“ oder „Abwrackprämie“, sondern um ein Wort, dass es bereits seit Jahrzehnten gibt und in Meiden, auf Arbeit oder beim Abendessen mit der Familie stets genutzt wird. Es ist also in aller Munde und hat den gesellschaftlichen Diskurs des Jahres wie kein anderes geprägt. Die Wahl scheint also verständlich zu sein… weiterlesen

Argumentationstraining

Es gibt sie überall. Dumme Kommentare, Hate-Speech, Mobbing, Trolls im echten Leben. Wie gehen wir mit Parolen, wie mit subtilen Beleidigungen oder auch mit direkten verbalen Frontal-Angriffen um? Wie reagieren wir suverän, kompetent und lassen uns dabei nicht aus der Ruhe bringen? „Das wird man wohl noch sagen dürfen“ und „Das ist doch Meinungsfreiheit“ sind Floskeln, die uns erstmal ins Stocken bringen, denn klar sollten Menschen ihre Meinung sagen dürfen. Wenn aber der Inhalt mal so gar nicht passt und eher von stark diskriminierendem Charakter und Menschenverachtung geprägt ist – wie geht man dann damit um? Hier eine klare Linie ziehen – argumentieren und überzeugen. Wie das genau geht? Das lässt sich in einem kurzen Beitrag nicht so gut erklären, deshalb gibt es Impuls-Workshops und ausführlichere Argumentations-Trainings, die sich mit Techniken, Strategien und auch mit Analysewerkzeugen auseinander setzen. Ich freue mich sehr über konkretere Anfragen.

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Kritische Diskursanalyse

Teil 1: Was ist die Kritische Diskursanalyse? Was sind Ursprünge, wo kann sie heute ansetzen und was will ich damit eigentlich erreichen?

 
Um den Diskurs über das Thema Asyl und Flucht zu erfassen, werde ich mich im Rahmen meiner Bachelorarbeit mit der Kritischen Diskursanalyse beschäftigen. In diesem Artikel, der je nach Zeitkapazitäten immer weiter ergänzt wird, damit also chronologisch zu lesen ist, werden die wesentlichen Merkmale (Strukturen) und Ziele, aber auch Lücken der Kritischen Diskursanalyse dargelegt. Am Ende dieses Artikels soll dann mein Kapitel, welches auch in der Bachelorarbeit steht, abgedruckt werden. Für die Bachelorarbeit ist eine theoretische Grundlage und eine klare methodische Praxis notwendig, die hier nun erarbeitet werden soll. Damit kann dieses Vorhaben mein Verständnis und mein Erlernen der Kritischen Diskursanalyse dokumentieren und als persönlicher Reflexionsprozess genutzt werden. Gern dürfen Kommentare oder Hinweise an mich herangetragen werden, denn eventuell decken diese wertvolle Lücken in meiner Denkweise auf und führen damit zu einem besseren und verständlicheren Ergebnis.

Die Kritische Diskursanalyse, welche maßgeblich von Siegfried Jäger definiert wird, gibt klare Strukturen und Vorgehensweisen vor, um einen komplexen Bereich, einen Diskurs zu erfassen. Ein Diskurs ist alles,  ist die Summe aus politischen Statements, Texten, Demonstrationen und Gesetzen. Ein Diskurs setzt sich zusammen aus Einzelhandlungen von Subjekten, vermischt jedoch alles, sodass eine Gesamtmenge, ein Ergbniss aller Einzellsummen entsteht. Der Diskurs beeinflusst diese, wird aber auch zugleich von ihnen beeinflusst. Damit besteht eine Wechselwirkung von Diskurs und Realität. Was nun als wahr bzw. richtig und unwahr oder falsch gilt, sind Konstrukte, die in einem Diskurs ausgehandelt werden.

Bevor ich an dieser stelle aber zu abstrakt werde, ist es sicherlich nochmal sinnvoll einen Diskurs etwas aufzudröseln. Nach der Kritischen Diskursanalzse kann man dazu mehere Ebenen unterscheiden. Die größte Ebene ist dabei der Diskursstrang. Er beschreibt grob gesagt das Oberthema, zu dem unterschiedlichste Beiträge oder Aktionen folgen. In meinem Fall ist das Oberthema die Debatte um Asyl und Flucht. Diese Debatte wird sehr breit geführt und lässt sich damit auch nur schwer eingrenzen. Sie ist also ein entscheidener Diskursstrang. Auf einer zweiten, etwas kleineren Ebene, befinden sich Diskursfragmente. Dies sind beispielsweise Texte, Bilder, Videos oder andere Aktionen, die sich dabei auf den Diskursstrang „Asyl und Flucht“ beziehen. Auf der 3. Ebene befinden sich Diskursive Ereignisse, die entscheidend für den Diskursstrang sind und auch in Diskursfragmenten auftauchen. Hierzu zählen zum Beispiel Demonstrationen oder Progrome, wichtige Gesetze, die erlassen werden oder entscheidene politische Statements, die zu bestimmten Aktionen führen. Hierbei spielt die Öffentlichkeit und damit die Massenmedien eine große Rolle. Sie entscheiden quasi darüber ob ein Ereignis zu einem Diskurs wird oder ob es verpufft und vergessen wird. Medien üben damt eine entscheidene Macht aus und können Realitäten erzeugen. Um die Diskursanalyse einzelner Beiträge zu erleichtern, sind Diskurspositionen zu definieren. Aus welcher Perspektive wird gesprochen, welcher Referenzrahmen wird genutzt. Neben diesen Positionsperspektiven sind auch zeitliche Perspektiven sinnvoll. Wie wurde der Diskurs in der Vergangenheit geführt? Wie verläuft der Diskurs in der Gegenwart und wie wird er sich in der Zukunft fortschreiben. Diese Differenzierung hilft schon ungemein um die Debatte um Asyl und Flucht zu erfassen, zu strukturieren, und um sie im Anschluss auf den Gehalt von Rassismus zu analysieren.

 
An diesem neuen Feld – Kritische Diskursanalyse – wird für mich nun erneut klar, wie interdisziplinär die Politikwissenschaft doch ist. Die meisten meiner ausgeliehenen Bücher kommen aus dem Regal der Sozialwissenschaften und nun spielt auch Linguistik und Medienwissenschaften eine entscheidene Rolle für die Bearbeitung meines Themas.

Neugierig? Online Literaturhinweise zum Weiterlesen:

http://www.uni-koeln.de/phil-fak/afrikanistik/kant/data/Nacro-Magisterarbeit.pdf (S.11-17)

http://userpages.uni-koblenz.de/~diekmann/zfal/zfalarchiv/zfal36_2.pdf

http://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/Publ-Texte/Texte-42.pdf (S. 53-72)

http://luhmann.uni-trier.de

Hab mir nen Buch bestellt und freue mich drauf:


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Asylrechtsverschärfung 2015

Nehmen die Asylrechtsverschärfungen jetzt wieder zu? Eine Wiederholung zu 1993?

Nachdem im August das Dublin-Verfahren für syrische Flüchtlinge ausgesetzt wurde, führte es Innenminister Thomas de Maizière im Schatten des Todes von Helmuth Schmitd wieder ein. Seit 21. Oktober werde es aber schon praktiziert… Das Dublin-Verfahren schreibt vor, dass Geflüchtete nur in dem europäischen Land Asyl beantragen können, welches sie zu erst betreten haben. Das Bundesamt für Migration und Flucht (BAMF) prüfe also auch bei syrischen Geflüchteten jeden Einzellfall. weiterlesen

Rassismus im Fairen Handel

Rassismus im Fairen Handel

Ein Impulsvortrag

von Jannes Umlauf

Download:

Präsentation: Rassismus im Fairen Handel

Präsentation mit Notizen: Rassismus im Fairen Handel

Skript

Manchmal empfinden wir das wie einen neuen Kolonialismus. In der industrialisierten Welt wird bestimmt, welche Bedingungen wir hier in unterentwickelten Ländern erfüllen müssen, damit wir einen etwas besseren Preis für unsere Produkte bekommen. Am Schluss dürfen wir nicht einmal frei bestimmen, was mit dem Geld passiert, das wir zusätzlich bekommen.“

Juan Francisco Liriano (Produzent)

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Critical Whiteness – Eine antirassistische Praxis?

Wenn Unterkünfte für Asylsuchende in Brand gesetzt und antimuslimische Hetzparolen auf die Straße getragen werden, so ist der vorherrschende Rassismus ziemlich offensichtlich und direkt. Wenn aber eine Schwarze1 Deutsche mit der Frage „Wo kommst du her?“ oder dem scheinbar gut gemeinten Kompliment „Du sprichst aber schon sehr gut deutsch!“ konfrontiert wird, so wird der rassistische Gehalt dieser Aussagen oft verharmlost, bestritten oder gar geleugnet. Rassismus wirkt jedoch auf unterschiedlichen Ebenen und tritt in vielfältigen Weisen in Erscheinung.2 Um Rassismus auf allen Ebenen wirksam entgegen zu treten, ist für eine deutsche weiße3 Mehrheitsgesellschaft ein neuer Ansatz antirassistischer Praxis notwendig: Critical Whiteness (Kritisches Weißsein).4 (Auszug aus meiner Hausarbeit „Critical Whiteness – Eine antirassistische Praxis?“ – DOWNLOAD: Critical_Whiteness_Publik)

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Zara und der „Sherrif“ im KZ Look.

Geldber Stern auf blau-weiß gestreiftem Stoff.

Mal wieder geriet nun das Modehaus Zara in die öffentliche Kritik. Grund dafür ist das im Onlineshop erschienene Kleidungsstück „Streifenshirt ‚Sherrif‘ mit Knopfleiste“.

Dieses Shirt erinnert aber mehr an „düstere Zeiten“, so die israelische Tageszeitung Haaretz in einem Onlinebeitrag.

 

ZARA

 

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Schwarze Menschen in den Medien

***** Eine Analyse der medialen Darstellung und die Wirkung auf den gesellschaftlichen Rassismus: Hausarbeit downloaden (hier klicken) *****

Von: Noah Sow

Wie stellen die Medien Schwarze denn falsch dar?

Abgesehen von überwiegend einseitiger Besetzung Schwarzer in Filmen und Fernsehserien als Dealer, Diener oder lustige Dummköpfe ohne Persönlichkeit (sicher gibt es auch hier vereinzelt Ausnamen, leider sind es aber tatsächlich noch genau das: Ausnahmen) haben wir Deutschen ein Problem mit viel getarnterem Rassismus in vordergründig “neutraler” Berichterstattung. In Nachrichten und Zeitungsartikeln passieren aus Desinteresse und Tradition regelmäßig dieselben “versteckten Rassismen”.

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