Schlagwort-Archiv critical whitness

Antirassismus-Trainings

Die Reise beginnt bei uns selbst.

Wo sie bei mir begann: Im Jahr 2011 bin ich für 1 Jahr lang nach Südafrika gegangen und war dort als Assistent für Umwelterziehung und Jugendarbeit tätig. Mitten im Township, in dem die Apartheid („Rassentrennung“) noch sicht- und spührbar war, versuchte ich in Auseinandersetzung mit meinen Privilegien und meiner dortigen Rolle ein Verständnis über die südafrikanische Geschichte und Rassismus zu finden. Ja, auch im Vorfeld begann eine kritische Auseinandersetzung mit meinem Weißsein, meiner Sozialisation, meinen Bildern im Kopf und entsprechend auch mit Rassismus… weiterlesen

Rassismus in der Debatte um Asyl und Flucht

Im Rahmen meiner Bachelorarbeit habe ich die aktuelle Debatte um Asyl und Flucht auf Rassismus untersucht. Wie werden Geflüchtete dargestellt, welche rassismusrelevanten Konzepte wirken und inwiefern spielen die Medien eine Rolle? Hier ein kurzer Einblick in die Einleitung: weiterlesen

Flüchtlinge – Das Wort des Jahres 2015 – Kritik und Alternativen

„Flüchtlinge“ wurde zum Wort des Jahres 2015 gewählt – ist die Bezeichnung „Flüchtlinge“ politisch korrekt? Welche Diskussion und Statements hat die Wahl ausgelöst? 

Am 11.Dezember hat die Gesellschaft für deutsche Sprache das Wort „Flüchtlinge“ zum Wort des Jahres gewählt, denn es „steht nicht nur für das beherrschende Thema des Jahres, sondern ist auch sprachlich interessant.“ Anders als in den vergangen Jahren, handelt es sich diesmal aber nicht um ein neu konstruiertes Wort wie etwa „GroKo“, „Wutbürger“ oder „Abwrackprämie“, sondern um ein Wort, dass es bereits seit Jahrzehnten gibt und in Meiden, auf Arbeit oder beim Abendessen mit der Familie stets genutzt wird. Es ist also in aller Munde und hat den gesellschaftlichen Diskurs des Jahres wie kein anderes geprägt. Die Wahl scheint also verständlich zu sein… weiterlesen

Asylrechtsverschärfung 2015

Nehmen die Asylrechtsverschärfungen jetzt wieder zu? Eine Wiederholung zu 1993?

Nachdem im August das Dublin-Verfahren für syrische Flüchtlinge ausgesetzt wurde, führte es Innenminister Thomas de Maizière im Schatten des Todes von Helmuth Schmitd wieder ein. Seit 21. Oktober werde es aber schon praktiziert… Das Dublin-Verfahren schreibt vor, dass Geflüchtete nur in dem europäischen Land Asyl beantragen können, welches sie zu erst betreten haben. Das Bundesamt für Migration und Flucht (BAMF) prüfe also auch bei syrischen Geflüchteten jeden Einzellfall. weiterlesen

Rassismus im Fairen Handel

Rassismus im Fairen Handel

Ein Impulsvortrag

von Jannes Umlauf

Download:

Präsentation: Rassismus im Fairen Handel

Präsentation mit Notizen: Rassismus im Fairen Handel

Skript

Manchmal empfinden wir das wie einen neuen Kolonialismus. In der industrialisierten Welt wird bestimmt, welche Bedingungen wir hier in unterentwickelten Ländern erfüllen müssen, damit wir einen etwas besseren Preis für unsere Produkte bekommen. Am Schluss dürfen wir nicht einmal frei bestimmen, was mit dem Geld passiert, das wir zusätzlich bekommen.“

Juan Francisco Liriano (Produzent)

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Critical Whiteness – Eine antirassistische Praxis?

Wenn Unterkünfte für Asylsuchende in Brand gesetzt und antimuslimische Hetzparolen auf die Straße getragen werden, so ist der vorherrschende Rassismus ziemlich offensichtlich und direkt. Wenn aber eine Schwarze1 Deutsche mit der Frage „Wo kommst du her?“ oder dem scheinbar gut gemeinten Kompliment „Du sprichst aber schon sehr gut deutsch!“ konfrontiert wird, so wird der rassistische Gehalt dieser Aussagen oft verharmlost, bestritten oder gar geleugnet. Rassismus wirkt jedoch auf unterschiedlichen Ebenen und tritt in vielfältigen Weisen in Erscheinung.2 Um Rassismus auf allen Ebenen wirksam entgegen zu treten, ist für eine deutsche weiße3 Mehrheitsgesellschaft ein neuer Ansatz antirassistischer Praxis notwendig: Critical Whiteness (Kritisches Weißsein).4 (Auszug aus meiner Hausarbeit „Critical Whiteness – Eine antirassistische Praxis?“ – DOWNLOAD: Critical_Whiteness_Publik)

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Weißsein als Norm bei Whatsapp Symbolen wird durchbrochen ?

Weißsein als Norm, als nicht sichtbare rassistisch konstruierte Kategorie, welche im Gegensatz zum Schwarzsein besteht, wird nun bei Whatsapp durch die Vielfalt von Hautfarben bei der Auswahl von Smilies (Handsymbolen) durchbrochen? Oder wie kam es dazu?

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Momentan beschäftige ich mich im Rahmen meines Studiums mit der Kritischen Weißseins Forschung. Mehr dazu werde ich bei Gelegenheit auch auf diesem Blog schreiben: hier – als Aufhänger kann vielleicht diese gerade gemachte Erkenntnis gelten. Was hat es damit genau auf sich? Welche Diskussionen gab es zu dieser neuen Auswahlfunktion, gab es Diskussionen dazu? Ist dir die Auswahlfunktion bereits aufgefallen? Und wie kann man sie eigentlich politisch einordnen?

Neben weiß als Norm gibt es nun auch die Auswahl anderer Typen. Dies ist nicht überall der Fall: Pflaster, Bandagen, Unterwäsche oder auch Buntstifte werden, sofern sie einen hellbraun-beigen Farbton verkörpern, oft auch als „Hautfarbe“-Farbe beschrieben. Damit setzt man eine Norm fest, welche sich im rassistischen System durchaus erklären lasst.

Bereits im Februar wurde auf Focus Online daruber berichtet: „Antidiskriminierung bei SmileysEmoji-Symbole von Apple in verschiedenen Hautfarben

Apple macht es möglich: Endlich gibt es eine Alternative zu den bisher nur gelben und weißen Emoji-Symbolen. Gleich sechs verschiedene Hauttöne soll es nun geben. Bekanntlich kann man es aber nie jedem recht machen. Sehen Sie selbst, warum.Eine SMS oder Email ist ohne Emoji-Symbole gar nicht mehr vorstellbar. Tagtäglich verschicken wir lachende und weinende Smileys, Daumen die nach oben oder unten zeigen und viele weitere Zeichen die unsere Emotionen zum Ausdruck bringen.Bisher gab es die Emoticons nur in den Farben weiß oder gelb – mit dieser Diskriminierung ist jetzt aber Schluss. Im Rahmen der neuen Beta-Version des Betriebssystems OS X von Apple gibt es jetzt nämlich Emojis mit verschiedenen Hautfarben. Insgesamt soll es sich dabei um sechs verschiedene Hauttöne handeln, die sich an der Klassifizierung des US-Dermatologen Thomas Fitzpatrick orientieren.“ (Quelle)

„Die Veränderungen hatte das Unicode-Consortium Ende vergangenen Jahres vorgeschlagen.“ (hier)

Eine weitere Neuheit ist auch das Aufbrechen der Heteronormalität. Es gibt auf dieser Welt und damit nun auch bei WhatsApp nicht nur hetero Pärchen Smilies sondern auch homosexuelle und somit kann eine homosexuelle Lebensrealität nun auch in Form von Smilies dargestellt werden.

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Über die Bedeutung von Normativität und Sprache (Benennung und Nichtbennenung) forsche ich gerade ein wenig im Rahmen meines Studiums. Bei Interesse oder zu gegebener Zeit werden dann wesentliche Erkenntnisse auch in diesem Artikel mit eingebunden. Später mehr dazu – das hier ist erstmal ein Aufhänger; regt dich vielleicht zum Nachdenken an 😉

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